Montag, 21. September 2009Bildergalerie
Jetzt gibt es auch eine Bildergalerie zu der Reise
zur Galerie Dienstag, 15. September 2009Resümee
Ja, wir sind gut in Berlin-Schönefeld gelandet, Gott sei es gedankt. Flug, Bus- und Bahnfahrt, Besichtigungen und Begegnungen verliefen reibungslos, dank hervorragender Reisebegleitung und entsprechender Vorbereitung. Für viele von uns wird es noch eine Zeit lang dauern, Eindrücke zu verarbeiten, Erkenntnisse einzuordnen, politisches und geistliches Wachstum festzustellen. Neben persönlichen Freundschaften, die neu gewonnen oder gefestigt wurden, ist es insbesondere auch die Gemeinschaft Gleichgesinnter, die einen besonderen Erfahrungsschatz bereithält.
Die Vorzüge unserer Reise bestanden darin, dass Kultur, Religiosität, Erlebnis mit Freundschaft und vielleicht sogar auch spirituellen Erfahrungen verbunden wurden. Wir haben uns gewissermaßen „auf den Weg gemacht“ und haben die „Weltkirche“ kennengelernt. Die unterschiedliche Ausrichtung der Kulturen anderer Völker bereichert uns selbst. In Jerusalem/Israel findet das Leben schlechthin statt. Wer etwas über die Wurzeln aller wichtigen Bereiche erfahren möchte, dem sei eine solche Erfahrung ans Herz gelegt. So sind wir derartig beeindruckt und wünschen uns und allen Lesern dieses Blogs: BaSchanah haBaah b'Jeruschalajim! Nächstes Jahr in Jerusalem! Montag, 14. September 2009Reiseverlauf: 11. TagTransfer zum Flughafen Tel Aviv, Verabschiedung und Rückflug nach Deutschland.
Geschrieben von Anja Steinkopf (Redaktion)
um
07:00
Sonntag, 13. September 2009Das Ende naht
FREIER VORMITTAG
Am letzten Vormittag bummelten wir in Kleingruppen noch einmal durch die Altstadt von Jerusalem; wir sind die 14 Stationen der Via Dolorosa entlanggegangen und haben uns anschließend das arabische Viertel angeschaut. Eine der Gruppen hatte die Möglichkeit, auf dem Ölberg eine Beerdigung orthodoxer Juden in ihren besonderen Gewändern, mit ihren Hüten und Locken teilweise mit zu verfolgen. ![]() Nach der rituellen Waschung wird ja der Leichnam eines Juden in eine ganz einfache, ungehobelte Holzkiste gelegt. "Vor Gott sind alle gleich, jeder Mensch ist aus Staub und wird wieder zu Staub, ein schlichter Holzsarg genügt, mehr braucht er auf seinem allerletzten Weg nicht" (Paul Spiegel). In Israel begnügt man sich in den meisten Todesfällen gar mit einem großen Tuch, in das der Tote gehüllt und mit ihm in die Erde herabgelassen wird. Da das Land Israel als heilig gilt, sieht man auch die Erde dieses Landes als heilig, das heißt zu Gott gehörig, an. Eine Feuerbestattung ist für die Juden verboten. Man denkt bei den Juden nicht nur an eine Auferstehung der Seele, sondern auch des Leibes, der so weit wie möglich für diesen endzeitlichen Auferstehungsakt intakt bleiben soll. Außerplanmäßig besuchten wir dann nach dem Mittagessen die Universitätsklinik im westlichen Außenbezirk von Jerusalem, um die weltberühmten Chagall-Fenster zu bewundern. Die zwölf Fenster wurden von Marc Chagall für die Synagoge des Hadassah Klinikums in Jerusalem gestaltet, die am 6. Februar 1962 eingeweiht wurde. Diese Fenster symbolisieren die zwölf Söhne Jakobs, welche die zwölf Stämme Israels bildeten. Die Böden und die Innenwände der Synagoge sind aus Jerusalemer Stein, und die Synagoge wird erleuchtet von Lüstern und dem Sonnenlicht, das durch die Fenster einströmt. (Selten hat ein Künstler es so vermocht wie Marc Chagall, die Sonne durch die Brechung von Glas zum frabigen Leuchten zu bringen. Dieses Leuchten muss man an Ort und Stelle sehen, man kann es durch keine noch so gelungene Aufnahme gleichsam einfangen!) Die Ebene der Synagoge, von der aus die Gebete geleitet werden, ist tiefer gelegen als die Ebene mit den Bänken für die anwesenden Gottesdienstbesucher. Damit soll sinnenfältig das zum Ausdruck kommen, was in den ersten Worten des 130. Psalms so lautet: "Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir!" (Psalm 130,1). (Ist nicht das Gebet aus der Tiefe das einzige, das dem erhabenen und barmherzigen Gott angemessen ist?) Pastor Weber verlas in einer dem Besuch der Chagall- Fenster vorangehenden Andacht die Segens- und Gerichtsworte des sterbenden Erzvaters Jakob an seine zwölf Söhne (1. Mose 49, 1-28). P.Weber stellte die Verheißungen an die Söhne Juda und Josef als die auch für uns Christen wichtigsten heraus. Die Verheißung für JUDA spricht von einem aus diesem Stamm kommenden heldenhaften König, dem "die Völker anhangen" werden (1.Mose 49,10). In diesem endzeitlichen Herrscher kann man Jesus als den messianischen König entdecken. In JOSEF haben viele der Kirchenväter der ersten Christenheit Jesus Christus prophetisch vorgebildet entdeckt, in seiner Erniedrigung und Erhöhung, in seiner Verlassenheit von seinen Brüdern und schließlichen Versöhnung mit ihnen, in seinem Ausgeliefertsein in die Sphäre des Todes und seiner Befreiung davon, schließlich in seiner Erhebung zum Vizekönig an der Seite des Pharao, vergleichbar der Erhebung Jesu zur Mitregentschaft mit dem Vater nach seiner Himmelfahrt ("sitzend zur Rechten Gottes..."). Das Bild zeigt den Stamm Joseph (gold-gelb), dessen Segen lautet "Joseph wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, das die Zweige emporsteigen über die Mauern" ![]() Zum Schluss des Tages ging es in das an der Autobahn Tel Aviv-Jerusalem oberhalb von Latroun gelegene Dorf Les Shalon; es wurde von jüdischen und arabischen Staatsbürgern Israels gemeinsam aufgebaut. Sie zeigen in dem Gemeinschaftskibbuz "Neve Shalom", dass Juden und Palästinenser in guter Nachbarschaft friedlich zusammen leben können. Sie setzen sich miteinander für Gleichberechtigung und Verständigung zwischen beiden Völkern ein. Am Abend des Tages dankte die Gruppe Dr. Weber für seinen tollen Einsatz, insbesondere für theologische Interpretationen des Verhältnisses zwischen Juden und Christen, die punktuellen Gottesdienste an den Stätten unserer christlichen Vergangenheit, sowie seinen persönlichen Einsatz bei der Betreuung von Teilnehmern. Wir hoffen, dass er sich über das gemeinsame Geschenk, nämlich eine grüne Stola mit dem Jerusalem-Kreuz, gefreut hat. ![]() Über unsere Rückreise informieren wir morgen, ergänzt um ein Fazit des Israel-Besuches. Reiseverlauf: 10. TagJerusalem. Am Vormittag Frei verfügbare Zeit für eigene Unternehmungen. Fahrt zur Friedensoase Neve Shalom (Wahat el-Salam), wo ein friedvolles Zusammenleben zwischen Juden, Moslems und Christen praktiziert wird. Zusammentreffen und Gespräch mit den Bewohnern, etwa mit palästinensischen Christen. Übernachtung im Kibbuzgästehaus Neve Shalom.
Geschrieben von Anja Steinkopf (Redaktion)
um
09:44
Samstag, 12. September 2009Ölberg, Bethlehem, Gemeinschaftsschule Talitha Kumi
Wir stehen vor dem vorletzten Tag unserer Rundreise durch Israel und Palästina. Das Programm ist gewaltig: Die Fahrt wird uns zum ÖLBERG und anschließend nach Bethlehem führen. Wir werden also die wichigsten Heiligtümer der Christenheit besuchen.... neben der Grabeskirche.
- ![]() Der Bus setzt uns zunächst vor dern PATER-NOSTER-KIRCHE (Vaterunser-Kirche) ab. Sie befindet sich auf dem Ölberg an der Stelle, an der Jesus Christus seine Jünger das Vaterunser-Gebet gelehrt haben soll und verschafft uns bereits zum Anfang einen herrlichen Ausblick auf die Altstadt Jerusalems. An den Wänden der Vorhalle und des Kreuzganges sind Majolikaplatten mit dem Text des Vaterunsers in über 80 Sprachen angebracht; den deutschen Text findet man im südlichen Kreuzgang.... Überraschend für uns: auch plattdeutsch ![]() und in einer Version für Helgoland kann das Vaterunser gebetet werden. Wir gehen die Jericho-Straße zur DOMINUS- FLEVIT-Kirche, d. h. „Der Herr weinte“. Hier vergoss Jesus Tränen, weil er die Zerstörung der Stadt vorhersah (Luks 19, 41-44). Bereits im 5. Jahrhundert stand hier eine Kapelle. ![]() Rechts lassen wir dann die prunkvolle, russische Kapelle St. Maria Magdalena liegen (ohne Besichtigung), um zum GARTEN GETHSEMANE zu kommen, wo Jesus von Judas verraten wurde. Wir betreten ein ehrwürdiges Stück Land, in dem unser Herr Jesus auf seinem Leidensweg darum gerungen hat, den Willen des Vaters hinsichtlich seines Geschicks deutlich zu erkennen und auch zu befolgen. Die acht uralten Olivenbäume, die hier stehen, gelten als direkte Nachkömmlinge der Bäume, die zur Zeit Jesu hier standen. (Olivenbäume können zweitausend bis dreitausend Jahre alt werden. Da aber die Römer zur Zeit der Belagerung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr. alle Bäume in der Umgebung Jerusalems abgeholzt haben, könnten die jetzigen Olvenbäume aus den Wurzeln der Bäume neu ausgeschlagen haben, die zur Zeit Jesu da standen.) ![]() Nach Matthäus 26,36-46 hat Jesus von Nazareth an dieser Stelle im Bewusstsein des Bevorstehenden gebetet, bevor er von Judas Ischariot verraten wurde. Angrenzend an den Garten Gethsemane wurde unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg zwischen 1919 bis 1924 mit Geldern aus zahlreichen Ländern eine Kirche erbaut. Daher rührt auch der Name KIRCHE DER NATIONEN. Das Wappen jedes der beteiligten Länder ist in einer eigenen Sektion an der Decke der Kirche zu finden. ![]() Weiter auf der Jericho Straße gelangen wir zum MARIENGRAB und zur Verratsgrotte. Die griechisch-orthodoxe Kirche am Mariengrab wurde zuerst im 5. Jahrhundert über einer Grabstätte errichtet, die als das Grab von Maria, der Mutter Jesu gilt, in dem sie einige Tage bis zu ihrer Himmelfahrt gelegen habe soll. (Wenn aber Maria, wie es gut bezeugt ist, nach Jesu Tod und Auferstehung mit dem Jünger Johannes in Ephesus gelebt haben sollte, ist es dann wahrscheinlich, dass sie von Kleinasien zur Beerdigung nach Jerusalem überführt wurde? Wie dem auch sei, an diesem Ort wird seits Alters der Maria gedacht.) Zudem werden dort die Gräber ihrer Eltern Joachim und Anna und ihres Mannes Josef gezeigt. Neben dieser Kirche befindet sich die Verrats-Grotte der Katholiken, in der die Festnahme Jesu geschehen sein soll. Mit Bus und zu Fuß ging es den Palmsonntagsweg hinunter, der durchs KIDRON-TAL bis zum Löwentor führt. Ein Teil des dem Ölberg gegenüberliegenden Berges jenseits der Stadtmauer des alten Jerusalem wird seit alter Zeit als FRIEDHOF genutzt. So gibt es aber auch einen christlichen Teil, einen katholischen Friedhof, auf dem Oskar SCHINDLER beigesetzt ist, der 1200 Juden gerettet hat. Sein Grab haben wir ebenfalls besucht. ![]() Danach fuhren wir über die Grenze nach BETHLEHEM, das ja bekanntlich unter palästinensischer Verwaltung steht. Wir wurden angesichts der meterhohen Grenzmauer mit der politischen Realität konfrontiert. Eine Abwehr terroristischer Anschläge ist sicher berechtigt. Kann aber eine Mauer Frieden bringen, wenn letztlich nur wechselseitiges Verständnis, Kompromissbereitschaft und Bereitschaft zur Versöhnung langfristig zum Frieden führen können? Warum haben Palästinenser deutlich längere Wartezeiten an dieser Grenze als Juden? Warum wird durch ein unverständliches Mauersystem die Kommunikation von palästinensischen Familien, die gar nicht weit voneinander wohnen, unendlich erschwert? In glühender Mittagshitze kamen wir in der Geburtsstadt Jesu an. Man erreicht die Geburtskirche ![]() über Stufengänge von der Nord- und Südseite sowie die Geburtshöhle, die sich in einem rechteckigen, nachträglich erweiterten und ausgebauten Raum befindet. Die Stelle, an der Jesu geboren sein soll, ist heute durch einen silbernen Stern markiert. Dieser Stern hat vierzehn Ecken, gemäß den je vierzehn Generationen von Abraham bis David, von David bis zur babylonischen Gefangenschaft sowie von der babylonischen Gefangenschaft bis Jesus Christus (Mt 1,1-17). ![]() Originell ist die verkleinerte, 1,20 m hohe Pforte zur Geburtskirche, die man nur in gebückter Haltung betreten kann. Sie wird daher auch "Demutspforte" genannt. Damit sich auch unsere Reisegruppe auf den Weg der Demut begibt bzw. auf ihm fortschreitet, haben wir neben der Demutspforte ein Gruppenfoto machen lassen. Zugleich haben wir fasziniert beobachtet, wie Pilgerinnen, offenbar einer nichtprotestantischen Glaubenstradition zugehörig, die Kirche an diesem Eingang hingebungsvoll küssten. ![]() ![]() Die GEBURTSKIRCHE ist auch in vielfältiger Weise geschichtlich interessant. Bereits zur Zeit des Origenes (248 n. Chr.) ist Bethlehem wahrscheinlich zu einem Wallfahrtsort geworden, an dem eine Höhle, in der Jesus geboren sei, und eine Krippe, in die er gelegt worden sei, gezeigt wurde. - Herausragend ist, dass Kirchenvater Hieronymus von 386 bis zu seinem Tod 420 in Bethlehem lebte, wo er nicht nur die Vulgata, die lateinische Übersetzung der Bibel, schuf, sondern auch mit der aus dem Patriziertum stammenden Paula – die seine finanzielle FÖRDERIN war - mehrere Klöster, Pilgerherbergen und eine Schule gründete. Er wurde in der Grotte bestattet, aber später nach Italien überführt. In der katholischen Kirche St. Katharinen (verbunden mit der Geburtskirche) sangen wir – zusammen mit Pilgern aus Sachsen-Anhalt– das Weihnachtslied „Oh du fröhliche...“ ![]() Wir wurden daran erinnert, dass alle Feste der Christenheit, also auch Weihnachten, jeden Tag gültig sind, dass wir sie nur deshalb an verschiedenen Tagen feiern, weil man nicht zu einem einzigen Zeitpunkt die Fülle aller biblischen Heilsereignisse gleichzeitig ausführlich bedenken und begehen kann. Schließlich machten wir einen Abstecher zu dem 3 km südöstlich von Bethlehem gelegenen Dorf Beith Sahur. Hier, so meint man, sei das HIRTENFELD gewesen, auf dem die Engel den verachteten Hirten als ersten die Weihnachtsbotschaft verkündigten. Hier hörten wir neu die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2. ![]() An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass wir an allen geschilderten Stellen Bibellesungen und ortsbezogene Lieder (Lieder für Weihnachten, Passion, Ostern und Pfingsten) gesungen haben. In der Engelskapelle des italienischen Architekten Barluzzi (1953/1954) sangen wir, direkt von Bethlehem kommend, das schöne, aus England stammende Weihnachtslied "O Bethlehem, du kleine Stadt", EG 55. Die lieblichen Gemälde in dieser Kirche sprechen alle Kleinen und diejenigen Großen an, die sich noch ein kindliches Herz bewahrt haben. Zum Schluß besuchten wir die TALITHA-KUMI-Schule in Bethlehem. Der Name der Schule geht zurück auf ein Wort Jesu, das er zu einem gestorbenen Mädchen sprach: „Mädchen, steh auf“ (Markus 5,41). Wir wurden- bei Kaffee und Kuchen – zu einer lebhaften Vortrags- und Diskussionsrunde eingeladen. Der Verwaltungsleiter der Schule Maurice erklärte uns, dass die Schule Schülerinnen und Schüler so vorbereiten will, dass sie guten Mutes, selbstbewusst und zuversichtlich in das Leben hinausgehen können. Sie sollen neben dem akademischen Wissen aber auch in der Lage sein, die in der Schule praktizierten Werte im späteren Leben zu vertreten, sich in einer schwierigen Welt zurechtzufinden und sich immer als Teil einer Gemeinschaft zu verstehen. Uns wurde die Schulform und die praktische Anwendung erklärt: Im integrierten Kindergarten werden 120 Kinder in vier Gruppen betreut. Die vier Hauptlehrer werden von sieben Hilfskräften unterstützt. Die Schüler kommen aus den verschiedensten sozialen Gruppen. Das Verhältnis Jungen zu Mädchen ist in etwa ausgeglichen. Etwa 30% der Schüler sind Moslems. An Talitha Kumi werden durch 52 Lehrer ungefähr 850 Schüler vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse nach dem palästinensischen Lehrplan unterrichtet. ![]() Nach Abschluss der zwölften Klasse können die Schüler das Tauwjihi (palästinensisches Abitur) machen, womit sie sich für das Studium an der Universität qualifizieren. Das Studium im College baut auf den berufsbildenden Zweig der Schule (Klassen 11 und 12) auf, d. h. es bietet bereits in dieser Stufe Unterricht in beruflichen Fächern an. Als Wahlfächer werden Religion, Sport, Musik und Kunst angeboten. Talitha Kumi widmet sich besonders den Aufgabenfeldern Wirtschaft (insbesonders Tourismus) und Verwaltung. Hier sind die Berufschancen für die jungen Palästinenser gut. Talitha Kumi leistet einen Beitrag zum Frieden, indem die Einrichtung den Jugendlichen dabei hilft, denselben komplexen Sachverhalt sowohl aus palästinensicher wie auch jüdischer Sicht zu sehen und so befähigt zu werden, lagerübergreifend zu denken. Reiseverlauf: 9.TagJerusalem. Auffahrt zum Ölberg mit Panorama der Heiligen Stadt im Morgenlicht; zu Fuß zu den Ölbergkirchen „Pater-noster“ und „Dominus flevit“, und weiter hinab auf dem Palmsonntagsweg zum Garten Gethsemane mit den uralten Olivenbäumen, der Kirche aller Nationen, zum Mariengrab und zur Verratsgrotte. Fahrt vorbei an den Hirtenfeldern nach Bethlehem. Besuch der Geburtskirche und der Grotte sowie der St.-Katharinen-Kirche mit den darunter liegenden Grotten. Anschließend Begegnung mit Verwaltungsleiter Maurice in der Schule Talitha Kumi. Der Name der Schule geht zurück auf ein Wort Jesu, das er zu einem gestorbenen Mädchen sprach: „Mädchen steh auf“. Rückfahrt.
Geschrieben von Anja Steinkopf (Redaktion)
um
09:47
Freitag, 11. September 2009Yad Vashem
Am 8. Tag unsere Pilgerreise besuchte unsere Gruppe die Holocaust Gedenkstätte YAD VASHEM, die wohl kaum ein Besucher auslässt und die das dunkelste Kapitel Deutscher Geschichte beschreibt.
![]() Abweichend von der normalen Strecke besuchten wir zunächst das Children`s Memorial. Dies ist ein Ort, wo mit Namensaufzählungen von ermordeten Kindern und mit unzählig reflektierten Kerzen der vernichteten Kinder (1 Million) gedacht wird. ![]() Der weitere Rundgang durch die Gedenkstätte führte zum MUSEUM. Es läuft eine Route im „Zickzack-Kurs“ mit Hindernissen: Immer wieder versperren Videopräsentationen, Bücherstapel oder Pferdewagen den Weg und zwingen den Besucher, in die angrenzenden Räume abzuzweigen. In ihnen wird die Leidensgeschichte der Juden chronologisch, geografisch und thematisch dargestellt: von der Entstehung der Nazi-Diktatur bis hin zum Krieg, der systematischen Vernichtung des jüdischen Volkes, seinem Leben im Ghetto und in den Lagern, den Anfängen des Widerstands bis hin zur Befreiung. ![]() Eindrucksvoll wurde auch der Ghetto-Opfer in Warschau gedacht. Auch die Geschichte des ANTISEMITISMUS SEITENS DER KIRCHEN wird in dem Museum beleuchtet. Dieser Antisemitismus der Kirchen ist kein Ruhmesblatt für sie. Glücklicherweise hat es nach dem Holocaust eine Neubesinnung der Kirchen in ihrem Verhältnis zum Judentum gegeben. Das II. Vatikanische Konzil hat in seiner Erklärung "Nostra Aetate" vom 28.10.1965 eine Neueinschätzung des Judentums erbracht. Darin wird die jüdische Kollektivschuld am Tod Jesu zurückgewiesen, der Bund Gottes mit Israel trotz der Ablehnung Jesu als bleibend postuliert und die auch von Christen geteilte Erwartung einer zukünftigen universalen Anerkennung der ersten der Zehn Gebote ausgesprochen. Diese Erklärung markiert eine grundlegende Verbesserung der Beziehung von Juden und Christen aus kirchlicher Sicht. Auch die Ev. Kirchentage und die Katholikentage in Deutschland haben sich sehr um das Verhältnis der Christen zu den Juden verdient gemacht. Schließlich besuchten wir in Yad Vashem das „ZELT DER ERINNERUNG“, bekannt durch Besuch von Politikern und sonstigen Prominenten. In der großen Halle dieses Gebäudes werden die Konzentrationslager genannt und brennt ein "ewiges Feuer". ![]() Unsere Reiseleiterin führte uns in ein Labyrinth aus haushohen Steinen. Dort sind alle vernichteten jüdischen Gemeinden in der Welt genannt. ![]() Auch ein Gang durch die „STRASSE DER GERECHTEN“ durfte nicht fehlen. "Gerechte der Völker" sind solche Menschen, die einen oder mehrere Juden vor der Vernichtung bewahrt, oft unter großen Risiken für sich selbst versteckt und so gerettet haben. Dort besuchten wir auch den Baum von Oskar und Emilie SCHINDLER, bekannt aus dem Film "Schindlers Liste". Erschütterung, Trauer und Hilflosigkeit sind nur unvollständige Ausdrücke unserer emotionalen Empfindungen. Anschließend fuhren wir nach YAD HASMONA. Hier hatten wir ein Gespräch mit einem Messianischen Juden namens Gershon, der uns über die Gründe seiner Konvertierung im Jahr 1973 berichtete. Er hat in Jersualem über die Geschichte der Messianischen Juden promoviert. ![]() Er schätzt, dass es in Israel etwa 100 000 "Messianische Juden" gibt, die er, wegen des missverständlichen Ausdruckes, lieber Jeshua- Juden nennen würde. Denn jeder Jude sollte eigentlich den Messias erwarten und also in diesem Sinne ein "messianischer Jude" sein. Aber diejenigen Juden, die in Jesus den schon gekommenen Messias erkennen, werden, so der Vorschlag, besser Jeshua- Juden genannt. Diese Jeshua- Juden wollen nicht mehr und besser sein als andere Christen, aber bei all ihrem Glauben an Jesus als den Messias doch einiges Jüdische bewahren, etwa die Feier des Sabbat, die Beschneidung als Zeichen des Bundes mit Israel etc. Sie wollen sich nicht in das Korsett vorhandener christlichen Konfessionen pressen lassen, sondern ihren eigenen Weg suchen und finden. Die Anlage Yad Hashmona liegt in einer geschmackvoll angelegten Gartenanlage mit Terrassen und einem schönen Blick auf die umliegenden Berge. ![]() Zum Abschluss besuchten wir die Kreuzfahrerkirche von ABU GOSH . Sie ist eine von drei möglichen Orten, an denen sich Emmaus befunden haben könnte. In der Kirche hielt Pastor Weber eine Kurzandacht. Wir hörten erneut die Geschichte der Emmausjünger und sangen ein Osterlied. Anschließend führten wir eine Besichtigung des Gebäudes und der Krypta durch. In der Krypta befindet sich eine Quelle. Reiseverlauf: 8. TagJerusalem. 9:00 Fahrt nach Yad Hashmona in den Biblischen Garten. Zeit zum Rundgang und zur Andacht; anschließend Besuch der Holocaust Gedenkstädte Yad Vashem. Am Nachmittag Ausflug zur Kreuzfahrerkirche in Abu Gosh. Die Kreuzfahrer hielten diesen Ort für Emmaus, dem Ort, an dem sich Jesus nach der Auferstehung zweier Jünger gezeigt hat. Rückfahrt nach Jerusalem.
Geschrieben von Anja Steinkopf (Redaktion)
um
09:37
Donnerstag, 10. September 2009Grabeskirche, Felsendom, Jerusalemer Altstadt
Die Predigt, die Pastor i.R. Dr. Albrecht Weber dort hielt, können Sie hier nachlesen. Im Refektorium erzählte uns Propst Dr. Gräbe, der aus der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg stammt, einiges zur Geschichte der ev. Gemeinden in Jerusalem, dem Netzwerk von Kirchen, Gemeinden und Institutionen und zum Verhältnis zu anderen Konfessionen und Religionen. Die Gemeinde der Erlöserkirche hat etwa 200 feste Mitglieder, aber jährlich Kontakt mit über 40 000 Touristen. Damit hat sie eine außergewöhnliche missionarische Aufgabe und Chance zugleich. Da die Auslandsgemeinden finanziell immer weniger von der EKD unterstützt werden, müsssen die Verantwortlichen der Erlöserkirchengemeinde für ihre laufenden Ausgaben einen hohen Geldbetrag bei ihren Mitgliedern und Freunden einwerben.
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