Diese Taufkatechese wurde von P. Martin Löwenstein in Slavgorod (Altai/Sibirien) am 19. März 2000 im Anschluß an eine Predigt gehalten.
Martin.Loewenstein@Jesuiten.org
http://www.martin-loewenstein.de

Taufkatechese zum Sonntagsevangelium

Woran glauben wir?

Der Glauben der Christen ist im Glaubensbekenntnis zusammengefasst. Es beginnt:

Wir glauben an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Diesen Glauben findet man in vielen Völkern und Kulturen, weil der Mensch erkennt: Diese Welt ist so wunderbar, dass sie kein Produkt des Zufalls sein kann, wie uns das Menschen erzählen, die meinen, sie seien besonders schlau. Dabei kann doch jeder Mensch in seinem Herzen spüren, dass es etwas oder jemand gibt, der größer ist als der Mensch. Dieses Größere ist keine Wissenschaft, kein Staat und keine Partei, sondern nur Gott, der die ganze Welt geschaffen hat und am Leben erhält.

Was ist das Wichtigste am christlichen Glauben?

Wir heißen "Christen" weil wir an Jesus Christus glauben. Im Evangelium wird uns erzählt, dass Jesus, der ein Mensch war, geboren von Maria, auf einem hohen Berg ganz hell und weiß erschienen ist. Petrus, Jakobus und Johannes haben es gesehen. Nie haben sie etwas Herrlicheres gesehen. Sie haben auch die Stimme Gottes gehört, die gesagt hat:"Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören".

Durch Nachdenken und in unserem Herzen können wir erfassen, dass Gott groß und heilig ist. Wenn Gott selbst uns etwas über sich sagt, können wir jedoch viel mehr über Gott wissen. Wenn Gottes Sohn Mensch geworden ist, können wir an ihm sehen, wie Gott ist. Daher sagen wir im Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn.

Dabei bedeutet "eingeborener Sohn", dass in Jesus Christus Gott selbst ist, der aber als Mensch in die Welt hineingeboren wurde und wie ein Mensch gelebt hat. Im Evangelium wird daher auch erzählt, dass die drei Jünger "niemanden mehr außer Jesus" gesehen haben. In der Verklärung auf dem Berg haben sie gesehen, dass Jesus Gottes Sohn ist. Dann aber sehen sie, dass Jesus auch ein ganz normaler Mensch ist, in allem und gleich, außer der Sünde.

Was ist die Heilige Schrift (Die Bibel)?

Schon vor Jesus hat Gott zu den Menschen gesprochen. Daher haben schon vor Jesus Menschen von Gott gewußt, wie er ist. Zwei wichtige Zeugen für Gott haben die drei Jünger mit Jesus zusammen auf dem Berg gesehen. Es war Mose und Elia.

Mose hat das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten befreit und durch die Wüste in das Gelobte Land geführt, wo das Volk Israel leben und Gott loben sollte. Auf diesem Weg durch die Wüste hat Mose auf einem Berg mit Gott gesprochen und von Gott die "Zehn Gebote" erhalten, damit das Volk friedlich und heilig leben kann.

Die Bibel erzählt uns von all dem. Dort ist aufgeschrieben, was das Volk Israel von Gott gehört hat und was die Menschen mit Gott erlebt haben. Am Anfang der Bibel wird erzählt, wie Gott die ganze Welt schafft, und wird beschrieben, was der Mensch ist. Es wird dort auch von Sünden, Kriegen und Gewalt erzählt. Denn erst langsam hat das Volk Israel gelernt, dass Gott Frieden und Gerechtigkeit will.

Um das Volk von den Sünden zu bekehren hat Gott immer wieder zu Menschen gesprochen, die wir "Propheten" nennen. Propheten verkünden, was Gott will. Manchmal müssen Propheten sagen, was in der Zukunft passiert, wenn die Menschen nicht auf Gott hören und Gerechtigkeit üben. Manchmal können sie die Menschen trösten, die in Not sind, in dem sie Gutes für die Zukunft verheißen. Elia ist so ein Prophet.

Wenn also Elia und Mose mit Jesus zusammen auf dem Berg erscheinen bedeutet das, dass in Jesus Christus Gott die Geschichte mit den Menschen fortsetzt, die er mit Israel begonnen hat, mit Mose und den Propheten. Wenn die Kommunisten die Plaketten von Marx, Engels, Lenin und Stalin immer nebeneinander dargestellt haben, dann war das für sie das Symbol, dass die vier "eine Lehre" vertreten haben. Später hat man dann oft Stalin wieder weggelassen. Wenn so die Lügenpropheten des Kommunismus nebeneinander gezeigt werden, dann ist das der Erscheinung der beiden Boten Gottes mit Jesus auf dem Berg der Verklärung nachgemacht.

Was bewirkt der Heilige Geist?

Wir wissen von Gott, dass er die Welt erschaffen hat und alles erschafft und am Leben erhält. Wir wissen, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist. Im Glaubensbekenntnis sagen wir darüber hinaus:

Ich glaube an den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist ist Gott, so wie der Vater Gott ist und der Sohn Gott ist. Es sind nicht drei Götter, sondern ein Gott, der als Vater die Welt erschaffen hat und als Sohn in Jesus Christus Mensch geworden ist. Von Jesus wissen wir, dass er zu Gott als zu seinem Vater gebetet hat und heute haben wir im Evangelium gehört, dass der Vater von Jesus als seinem "geliebten Sohn" spricht. Diese Liebe, die Jesus mit dem Vater verbindet, ist der Heilige Geist - ein einziger Gott mit dem Vater und dem Sohn.

Der Vater hat die Welt erschaffen, der Sohn ist Mensch geworden und hat die Welt dadurch erlöst. Wenn wir verstehen wollen, was der Heilige Geist bewirkt, dann müssen wir darauf achten, dass Jesus auf den Berg der Verklärung nur drei Jünger mitnimmt: Petrus, Jakobus und Johannes. Das hat er nicht deswegen getan, weil er nicht wollte, dass andere Menschen davon erfahren, sondern weil der Glaube durch Zeugen verkündet wird, die vom Heiligen Geist erfüllt sind. Jesus sagt den dreien, sie sollen jetzt noch nicht anderen davon erzählen, weil er erst seinen Lebensweg zu Ende gehen muß, durch das Kreuz zur Auferstehung. Dass danach aber die drei aller Welt von dem Erlebnis erzählen und den Glauben verkünden, das bewirkt der Heilige Geist. So kann auch uns heute, der Heilige Geist erfüllen, denn wir ihn in der Taufe und Firmung erhalten. Dann können auch Sie den Glauben an Gott den Vater und an Jesus Christus durch Ihr Leben bezeugen.

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