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P. Georg Schierling (freikirchlich)
über:
kein konkreter bibl. BezugWelzheim (bei Stuttgart (Rems-Murr-Kreis)), am 10.08.2002 Sonstige Ansprache |
Andacht geschrieben als „Sonntagsgedanken“ für die „Welzheimer Zeitung“
Sommerloch?
Jetzt ist es also wieder da, das Sommerloch. Kurz vor den Schulferien haben sich noch geschwind unzählige Feste und Festchen in den Terminkalender gedrängt. Aber jetzt, wo die Schulferien schon eine Weile andauern, läuft alles in einem etwas gemächlicheren Gang. Natürlich liegen in der Ferienzeit nicht alle auf der „faulen Haut“, es wird schon auch noch gearbeitet, aber halt nicht so verbissen. Bis auf den einen oder anderen dummschwätzenden Politiker, der jetzt seine große Chance gekommen sieht, mit den absonderlichsten Ideen neue WählerInnen zu gewinnen.
Aber sonst? Wenn man der Werbung glaubt, haben wir gerade die schönsten Wochen des Jahres. Den Urlaub! Viele von uns werden in der Zeit von Juli bis Anfang September das Weite suchen. So manch einer fühlt sich sowieso schon seit geraumer Zeit reif für die Insel. Die Füße hochlegen, die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, gemütlich und lange frühstücken, faulenzen, oder aber Bergwandern, neue Länder entdecken, dem Lockruf des Abenteuers folgen. Ist es das, was wir uns vom Urlaub erhoffen?
Über die Kunst des Urlaub machen’s gibt es eine Menge zu sagen. Dazu gehört auch dies: Erholen Sie sich wirklich dabei? Es ist längst nicht nur die frische Luft und die ansonsten viel zu seltene körperliche Betätigung, die uns gut tut. Auch der innere Mensch will sich erholen. Die abgehetzte Seele braucht nicht nur neue Kraft. Sie braucht Pause und Erholung. Aber wie sieht die aus?
Die erhält man auch in der Formel Eins nicht bei einem kurzen Boxenstopp. Da werden binnen Sekunden Reifen gewechselt und mit Hochdruck wird neuer Sprit in den Tank gepumpt, damit das Rasen gleich wieder weiter gehen kann. Deshalb ist der Boxenstopp auch keine Erholung, sondern konzentrierte Anspannung.
Eine verausgabte Seele kann aber nicht in 9,3 Sekunden wieder aufgefüllt werden mit neuer Kraft. Wir können nicht die Bereiche, unseres Lebens, wo wir uns im Alltag abgenutzt haben, wo wir uns verausgabt und erschöpft haben, einfach wie einen alten Reifen austauschen. Auch unser Leben hat so etwas, was man beim Formel Eins Auto die „Feinabstimmung“ nennt. Es ist die grundsätzliche Ausgeglichenheit und Balance unseres Lebens. Die verschiedenen Bereiche unseres Lebens müssen aufeinander abgestimmt sein. Eine Erholung für den inneren Menschen braucht deshalb mehr als einen Boxenstopp. Faulenzen alleine ist noch keine Erholung. Es geht um die grundsätzliche Feinabstimmung und die Balance unseres Lebens.
In der Bibel steht in Jesaja 40, 31: „Die aber, die dem HERRN vertrauen, schöpfen neue Kraft, sie bekommen Flügel wie Adler. Sie laufen und werden nicht müde, sie gehen und werden nicht matt.“ Damit will ich sagen: Der Urlaub wird am gewinnbringendsten, wenn er auch zu einer Begegnung mit Jesus Christus führt. Denn Jesus kümmert sich um die „Feinabstimmung“ unseres Lebens. Das ist Vertrauenssache, wenn Sie sich ihm in die Hände geben, damit er die einzelnen Lebensbereiche gestaltet - und hier und da rückt er verschobene Wertvorstellungen und Prioritäten zurecht.
In der Urlaubszeit gelingt das besonders leicht. Wenn Sie also an einem fernen Strand die Füße in den warmen Sand bohren und den unglaublich kitschigen Sonnenuntergang am Palmenstrand bewundern, dann lassen Sie es diesmal nicht bei einem bewundernden „Ohhhhh!“ oder „Waaaaahnsinn!“ bewenden, sondern danken Sie dem Schöpfer dieses traumhaften Naturschauspiels. Beginnen Sie das Gespräch mit ihm. Und wenn Ihre Kinder Sie beim gemeinsamen Blick in den sternklaren Nachthimmel über die Entfernungen und Dimensionen der Galaxien und Sternbilder fragen, und sie anfangen über Lichtjahre und schwarze Löcher zu philosophieren, dann nehmen Sie das zum Anlass ihrerseits nach dem lebendigen Gott zu fragen, der dieses Wunderwerk in Gang hält.
Ich wünsche Ihnen, dass daraus ein Anfang wird, dass Sie nämlich die Erfahrung machen, dass man Gott nicht nur in der Schöpfung und im Universum findet, sondern dass derselbe Gott sich auch in der Person Christi in Ihrem Leben wiederfindet, wo er genauso seine Kraft entfaltet.
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