Donnerstag, der 9. September 2010
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Lek. Willy Krüger (evangelisch)
über: kein konkreter bibl. Bezug

Osnabrück, am 15.10.2003 (Kath. Gemeinde Heilige Familie)
Sonstige Ansprache

Anspiel zum Jahr der Bibel

Ein Anspiel für 5 Personen in 2 Akten
Oma Helene feiert ihren 72. Geburtstag
Ihre Tochter Gerda
Ihre Enkelin Lara
Ihre Tochter Lina mit Schwiegersohn Walter

Helene:
Gerda, komm setzt dich einen Augenblick zu mir, ich muss was mit dir besprechen.
Gerda:
Mutter, du weißt doch das ich jetzt keine Zeit habe, ich muss noch so viel vorbereiten für deine Geburtstagsfeier.
Helene:
Genau darum geht es ja, ich habe da nämlich ein Problem.
Gerda:
Wieso? Ist doch alles klar, Lina und Walter kommen schon zum Kaffee, und später nach dem Sport auch noch Lara. Alle anderen kommen erst abends.
Helene:
Meine liebe Gerda, was machen wir bloß nach dem Kaffeetrinken? Wir müssen uns da was überlegen, sonst fängt Walter wieder mit seiner Politik an, und das kann ich wirklich nicht mehr hören. Wir können es doch sowieso nicht ändern.
Gerda:
Ja, Mutter da hast du recht, wenn der Walter erst mal los legt, dann gibt's am Ende nur noch Streit, und das an deinem Geburtstag, das finde ich auch nicht schön. Was machen wir da bloß. Lass uns das Thema wechseln, ich glaube da kommt jemand.

Lara kommt freudestrahlend herein, umarmt ihre Oma und übergibt ihr ein Geschenk.

Lara:
Oma, alles Gute zum Geburtstag und noch viele Jahre Gesundheit, auf das wir noch lange zusammenleben können. Hier mein Geschenk.
Helene:
Danke Lara, danke. Wieso bist du denn schon wieder hier?
Lara:
In der Schule haben wir jetzt 2 Freistunden und da wollte ich dir eben gratulieren, weil du ja heute morgen noch geschlafen hast. Aber sag mal was habt ihr da eben über Onkel Walter gesagt.
Gerda:
Lara hast du etwa gelauscht?
Helene:
Ist ja gut Gerda, lauschen tut man nicht, aber Lara hat ja recht, es ging um deinen Onkel, weil der immer so viel über Politik redet. Aber jetzt packe ich erst mal Dein Geschenk aus.
Lara:
Oma. Du wirst staunen.
Helene:
Gerda, schau mal: Gute Nachricht für Osnabrück, ein Buch wo ich doch so gerne lese.
Lara:
Oma, das ist kein normales Buch
Helene:
Nein, wieso Buch ist Buch, aber danke meine Liebe, das finde ich ganz toll.
Gerda:
Wieso ist das kein normales Buch?
Lara:
Mensch Mama, wir haben doch das Jahr der Bibel, musst du doch wissen. Und dieses Buch ist das Neue Testament in Auszügen nach der Übersetzung, der Guten Nachricht, leicht zu verstehen und auch noch bebildert. Oma, ich hoffe du freust dich.
Helene:
Lara, weißt du was, das finde ich echt cool.
Lara:
Oma? Seit wann sprichst du von cool?
Helene:
Meinst du ich versteh deine Sprache nicht?
Lara:
Übrigens, ihr beiden mit eurem Problem für heute nachmittag, wenn ihr Onkel Walter mal ein bisschen austricksen wollt, da wüsste ich was.
Gerda:
Lara, so spricht man nicht von seinem Onkel.
Helene:
Lass man, sie hat ja recht. Was schlägst du vor?
Lara:
Macht doch einfach mal das Thema des Jahres für euch zum Thema des Nachmittags.
Gerda:
Meinst du Suchen und Finden im Jahr der Bibel?
Helene:
Kinder, ihr seit Spitze, das ist es, da kenne ich mich nämlich bestimmt besser aus. Will doch mal sehn ob ich meinen lieben Schwiegersohn mal aufs Glatteis führen kann.
Gerda:
Vorsicht, Mutter, das kann auch schief gehen.
Helene:
Sei nicht so pessimistisch, das klappt schon.
Lara:
Na, ja, wenn ihr beiden etwas langsamer Kaffee trinkt, ich komme doch auch gleich nach dem Sport, ich helfe euch.
Gerda:
Du willst uns helfen? O, o auf was lass ich mich da bloß ein. Wenn das man gut geht.

Szenenwechsel, in der Pause kann ein Lied gesungen werden,
Evtl. :. Vertraut den neuen Wegen

Helene, Gerda, Lina und Walter sitzen am Tisch.

Walter:
Gerda, hast du das gestern abend wieder gehört im Fernsehen? Diese Sozis sind ja noch schlimmer als die Schwarzen, die wollen doch alle nur unser Geld.
Helene:
Halt, Halt, nicht schon wieder Politik, ich habe heute Geburtstag und da bestimme ich die Spielregeln.
Lina:
Mutter, was soll das denn heißen? Walter hat doch recht und das muss doch mal gesagt werden. Was meinst du überhaupt mit Spielregeln? Deine Geburtstage waren doch immer schön. Oder?
Gerda:
Schwester nun beruhig dich wieder, Mutter hat sich was überlegt für heute.
Walter:
Na da bin ich aber gespannt, bestimmt wieder so eine Uraltgeschichte aus dem Krieg, kenn ich schon tausendmal gehört.
Helene:
Kinder, nun streitet nicht, ich habe da vor einiger Zeit an einem Quiz teilgenommen.
Walter/Lina:
Mutter, sag bloß du hast einen Batzen Geld gewonnen beim "Bingo Lotto" und willst uns damit was Gutes tun?
Helene:
Kinder, warum denkt ihr eigentlich immer nur ans Geld?
Walter:
Geld beruhigt, besonders in diesen unruhigen Zeiten.
Gerda:
Schluss jetzt, hört Mutter doch erst mal zu.
Helene:
Wir haben doch jetzt das Jahr der Bibel.
Walter:
Na und, Mutter, so ein altes Buch. Hab ich in der Jugendzeit mal gelesen.
Lina:
Also, Mutter was war das nun für ein Quiz?
Gerda:
Mutter hat bei einem Bibelquiz mitgemacht. Stell dir vor, sie war gar nicht so schlecht.
Helene:
So, Ruhe jetzt, ich will endlich Anfangen. 1. Frage: Wen besiegte der kleine David mit einer Steinschleuder?
Walter:
Mensch, das weiß doch jedes Kind – das war Goliath sag ich doch, mich könnt ihr nicht reinlegen.
Helene:
2. Frage: Warum reisten Maria und Josef von Nazaret nach Bethlehem?
Walter:
Um ihr Kind zu kriegen – puppich leicht!!
Lina:
Walter das ist nicht richtig!
Walter:
Wieso nicht?
Gerda:
Doch, das stimmt doch, Jesus ist doch in Bethlehem geboren oder?
Helene:
Kinder nicht streiten, Jesus ist in Bethlehem geboren, aber die richte Antwort heißt..

Lara stürzt herein

Lara:
Volkszählung, steht doch im Lukasevangelium.
Gerda:
Du hast ja schon wieder gelauscht, nun sag doch erst mal Tante und Onkel "Guten Tag"

Lara begrüßt ihre Verwandten

Helene:
Lara du musst und nun aber nicht stören, wir wollen weitermachen 3. Frage: Nach welcher Zeit beendete Gott mit einem Regenbogen die Sintflut?

Allgemeine Stille, Nachdenken.

Helene:
Ich will euch ein bisschen helfen, da war doch was mit einer Taube.
Lara:
Oma, das hättest du nicht verraten dürfen, jetzt wissen alle das es nach 40 Tagen war.

allgemeines Gemurmel

Helene:
4. Frage: Was geschah auf dem Berg Sinai?
Walter:
Schwiegermutter, wollen wir nicht aufhören?
Lina:
Wieso, nur weil du nicht alles weißt?
Gerda:
Bitte streitet euch nicht, heute ist doch Mutters Geburtstag, ehrlich ich weiß das auch nicht.
Helene:
Kinder was seit ihr ungeduldig. Das war Mose, und er hat die 10 Gebote von Gott empfangen.
Lina:
Mutter!! Du willst hier jetzt aber nicht die Gebote abhören wie früher, dann geh ich nach Hause.
Lara:
Mensch jetzt wird's spannend, 10 Gebote auswendig lernen, musstest Ihr das auch?
Helene:
Schon gut, ich will die 5. Frage stellen. Etwas ganz leichtes: Wie heiß der Baum, von dem die Schlange sagt, dass er den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennen lässt?

Alle antworten aus einem Mund:
Apfelbaum!!!!!

Walter:
Mutter, das hättest du nicht gedacht, alle wissen es. Ist ne tolle Idee dein Spiel!
Lara:
Ja, mit dem Apfel das war Eva bei Adam, aber der Baum hat einen anderen Name, stimmt doch Oma? Oder?
Walter:
Also, Gerda, das will ich dir ja mal sagen, deine Tochter ist heute aber sehr vorlaut.
Lina:
Walter und lass sie doch, wenn sie meint dass sie es besser weiß, ich habe auch Apfelbaum gelernt. Jugend von heute, alles wissen sie besser.
Helene:
Lara, bevor hier nun der große Familienstreit ausbricht sag schon wie der Baum heißt:
Lara:
Der Baum der Erkenntnis!
Helene:
Wenn ihr nicht glaubt könnt ihr nachlesen im 1. Buch Mose
Lara:
im 2. Kapitel Vers 17
Gerda:
O, schon so spät? Da muss ich mich gleich ums Abendbrot kümmern, Lara hilfst du mir?
Helene:
Noch 5. Minuten Gerda, dann kannst du Essen machen
Lina:
Mutter, hör auf, noch eine Frage!
Walter:
Wie jetzt wo es spannend wird wollt ihr aufhören?
Lara:
War doch ne Superidee von mir mit dem Quiz, hätte gar nicht geglaubt das ihr euch alle so auskennt in der Bibel.
Lina/Walter:
Wieso, bloß weil wir nicht drüber reden?
Helene:
Kinder, ihr werdet es nicht glauben, die letzte Frage habe ich mir gerade selber überlegt.
Gerda:
Machs nicht so spannend ich muss mich ums Essen Kümmern, sonst kommen gleich die anderen Gäste und nichts ist fertig.
Helene:
Also, es gibt da doch einen ganz bekannten Psalm im Alten Testament.
Lara:
Weiß ich!!
Helene:
Stille Lara, erst mal zuhören! Jeder sagt ein Wort aus diesem Psalm, ich fange an, wiederholen gilt nicht.
Lara:
Los Oma, sage dein Wort.
Helene:
Hirte

alle durcheinander:
Herr, Hirte, Wasser, Aue, Straße, Seele, Tal, Unglück

Helene:
Langsam Kinder, wenn ich ihr das alle wisst, dann können wir doch auch gemeinsam den Psalm sprechen.

Alle:
Der Herr ist mein Hirte,
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
Und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße
um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück;
Denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Helene:
Aufhören, bin Stolz auf euch, Kinder wirklich, das war ein schöner Nachmittag, so gut haben wir uns ja noch nie unterhalten.
Lara:
Siehste Oma, "Suchen und Finden in der Bibel", heute noch genauso spannend wie zu deiner Kinderzeit.
Helene:
Ja, und da sag einer Alt und Jung hätten kein gemeinsames Thema. Kinder, das machen wir im nächsten Jahr wieder.

© Willy Krüger 2003
http://willykrueger.de/

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