Mittwoch, der 17. September 2014
Predigt herunterladen als PDF, als Text oder per eMail versenden

Pn. Iris Habersack (evangelisch)
über: kein konkreter bibl. Bezug

Lehrte (Region Hannover), am 24.12.2005 (Schulzentrum Hämelerwald)
Krippenspiel

Das Krippenspiel ist von stud. theol. Susanne Becker.

Postbote
Simon
Hanna
Johannes
Bote
Maria
Josef
Wirt
Frau des Wirts
3 Hirten
Engel
Kaspar
Melchior
Balthasar

Bühne: Sommer, ein Dorf (Bethlehem), Kinder spielen (in T-Shirt/kurzer Hose) auf der Straße. Ein abgehetzter Postbote kommt die Treppe hoch.

Postbote (zu den Kindern):
"Hey ihr da, hört mal grad auf zu toben und beantwortet mir eine Frage!"

Simon: "Phhh! Wenn du so unfreundlich bist – dann nicht!"

Postbote:
"Nun spinn nicht rum, ich hab's eilig. Ich muss zu einem gewissen Josef aus Nazareth. Ich hab eine Eilzustellung für ihn."

Hanna:
"Du meinst den Josef, der mit Frau und Kind vor fünf Monaten schon unser Dorf verlassen hat?"

Johannes:
"Das ist doch schon ewig her, da war es noch richtig kalt und wir mussten mit Pulli und Mütze zum Stall!"

Postbote:
"Mütze? Fünf Monate? Ich versteh nur Bahnhof! Das einzige, was ich weiß, ist, dass dieses Paket hier schleunigst zu Josef muss. Ich hab mich etwas verspätet, mein Esel hatte eine Panne, er verträgt das Gras hier in der Gegend nicht so gut."

Simon:
"Da hast du aber leider Pech gehabt, denn Maria und Josef sind wirklich schon lange hier aus Bethlehem weggezogen. Die haben ja auch nicht wirklich hier gewohnt. Aber jetzt sag bloß, du hast von der ganzen Geschichte nichts gehört damals? Das war doch auf allen Marktplätzen und Feldern im Land zu hören. Selbst der König hat von dieser Nacht erfahren!"

Postbote:
"So ein Pech! Ich hatte mir so eine Mühe gegeben, diesmal pünktlich zu sein. Schließlich will ich nicht, dass man von der Post erzählt, sie würde immer zu spät kommen! Aber wenn ich jetzt sowieso schon keinen mehr erreiche, dann könnt ihr mir auch die ganze Geschichte erzählen, das klingt ja alles spannend."

Hanna:
"Ja, komm. Wir setzen uns hier in den Schatten!" (die Kinder und der Postbote setzen sich auf die Treppe, unter einen (aufgeklebten?) Baum).

Simon:
"Das Ganze fing damit an, dass ein Bote hier nach Bethlehem kam und seine Nachricht auf dem Marktplatz verkündete!"

(Vom Tannenbaum her kommt ein Bote, stellt sich mitten auf die Bühne und verliest eine Pergamentrolle).

Bote:
"Hört alle her, der Kaiser lässt befehlen, dass jedermann mit seiner Familie in die Stadt seiner Väter geht, damit das Volk gezählt werde. Ihr habt zwei Wochen Zeit dazu, bis dahin muss jeder in seiner Heimatstadt sein!"

(Bote ab/Schwenk auf die Treppe)

Postbote:
"Ja, ich erinnere mich, diese Nachricht hatte ich auch zu verkünden. Allerdings war´ ich etwas spät dran, in dem Dorf hatten die Leute nur noch eine Nacht Zeit zum Reisen."

Johannes:
"Und dann kamen ganz, ganz viele Leute zu uns und alle Betten waren belegt, ich musste mit Mama und Papa und meiner Schwester und meinen beiden Brüdern in einem Bett schlafen. Also kalt war mir nachts nicht."

Hanna:
"Und am allerletzten Tag, ganz spät in der Nacht kamen dann Maria und Josef an. Das war echt dumm gelaufen, denn im ganzen Dorf gab es kein freies Bett, keine freie Strohmatte mehr. Und Maria war hochschwanger, die hätte ein weiches Bett so gut gebrauchen können nach der langen Reise."

(Schwenk auf Bühne, vom Tannenbaum kommen Maria und Josef)

Josef (klopft an der Tür an): "Hallo! Ist noch jemand wach?"
Wirt (öffnet): "Wer stört denn noch um diese Uhrzeit?"

Josef:
"Guten Abend! Wir bräuchten noch ein Zimmer für diese Nacht. Wie Sie sehen, ist meine Frau schwanger und hat dringend Ruhe nötig."

Wirt (lacht laut):
"Ein Zimmer? Heute noch? Am besten noch mit Bad? Lieber Mann, morgen ist die Volkszählung und seit Wochen reisen hier Leute an, seit Tagen sind wir völlig ausgebucht. Ihr habt keinerlei Chance, auch in den anderen Häusern nicht. Da hättet ihr früher kommen müssen!" (knallt die Tür zu)

Josef (Maria fängt an zu weinen, Josef tröstet sie):
"Komm Maria, das wird schon. Irgendwie meistern wir auch dieses Problem!"

Frau (kommt aus der Tür):
"Seid ihr die beiden, die hier eben ein Quartier gesucht haben? Ich habe meinen Mann so laut schreien hören. Ihr tut mir so leid, schließlich weiß ich ja selber, wie es ist, schwanger zu sein."

Maria: "Danke! Es tut gut, verstanden zu werden!"

Frau:
"Leider kann ich euch wirklich kein Bett mehr anbieten. Aber wir haben noch einen Stall hier in der Nähe, den hat mein Mann noch nicht vermietet. Dort seid ihr wenigstens vor dem Wind geschützt!"

Josef: "Danke, dass ist viel mehr, als wir uns erhofft hatten!"

Frau (holt Decke, Lampe und führt sie zum Stall):
"Hier, ich denke, es ist besser als gar nichts! Gute Nacht!"

LIED Stille Nacht???

(Treppe)

Hanna: "Na ja, und dort kam dann auch Jesus zur Welt, der Sohn von Maria und Josef."

Simon:
"Aber das war noch lange nicht alles! Die Hirten aus unserem Dorf haben an dem Abend noch einiges erlebt!"

(Schwenk auf Bühne, die Hirten liegen um ein Feuer)

1. Hirte: "Das ist heut aber kalt. Wird Zeit, dass es wieder Frühjahr wird."

2. Hirte:
"Ach, wickle dich einfach noch enger in die Decke. Irgendwie geht auch diese Nacht vorbei. Immerhin ist es halbwegs ruhig heute."

3. Hirte: "Ruhe jetzt, ich will schlafen. Sonst wird’s gleich wieder hell!"

(Auftritt des Engel/der Engel, Licht heller)

3. Hirte: "Na toll, dass war’s schon wieder mit schlafen. Der Morgen bricht schon an."

2. Hirte:
"Kann gar nicht sein, das Feuer brennt ja noch richtig. Wir haben uns ja gerade erst hingelegt!"

Engel:
"Ehre sei Gott in der Höhe! Euch ist heute der Retter geboren! Geht nach Bethlehem und begrüßt ihn. Ihr findet ihm im Stall, in Windeln gewickelt liegt er in der Futterkrippe!"

(Engel ab)

1. Hirte: "Habt ihr das grad auch gehört? Unser Retter?"
2. Hirte: "Los, lasst uns schnell losgehen. Da will ich nicht fehlen."

3. Hirte:
"Na toll, dann kann ich ja schon wieder nicht ausschlafen. Gestern erst die Unruhe in der Herde und jetzt das."

2. Hirte:
"Ach, komm schon. Schlafen kannst du immer noch. Hast du den Engeln nicht zugehört? Unser Retter ist geboren!"

(Hirten gehen am Tannenbaum ab, kommen auch da wieder her zum Stall und setzen sich zu Josef & Maria)

LIED Kommet ihr Hirten???

(Treppe)

Postbote:
"Und da waren echte Engel? Ach wäre ich doch einmal im Leben pünktlich gewesen! Ich hätte Engel sehen können."

Johannes:
"Dann kamen aber noch Leute, die waren viel seltsamer als Engel! Die hatten ganz bunte Kleider und lauter Bücher und Karten dabei!"

(Schwenk auf Bühne, vom Tannenbaum kommen die Könige)

Kaspar: "Wir sind schon wieder falsch! Wir hätten in Jerusalem doch links gemusst!"

Balthasar:
"Ach Quatsch, glaub mir nur. Ich hab mich noch nie verlaufen. Außerdem haben wir ja immer noch den Stern, der uns den Weg zeigt!"

Melchior:
"Dein Wort in Gottes Ohr! Also, wenn ich mich nicht vollkommen irre, dann steht dieser Stern direkt über einem alten Stall. Und willst du mir etwa erzählen, dass der König der Welt in einem Stall geboren ist!"

Kaspar:
"Nein, ganz bestimmt nicht. Aber lass uns doch erstmal schauen. Vielleicht scheint das nur so und hinter dem Stall steht dann der Palast."

Melchior:
"Du bist witzig! Hast du jemals schon von einem Palast in Bethlehem gelesen? In Jerusalem gibt es einen Palast, aber doch nicht hier auf dem Dorf!"

(Balthasar ist etwas vorgelaufen, läuft um den Stall rum, ganz skeptisch suchend, kehrt schließlich zu den anderen zurück)

Balthasar:
"Mmmh, also hier ist wirklich kein Palast. Ich glaub, heute finden wir keinen König mehr. Aber in dem Stall sitzen Leute, vielleicht können wir uns dazugesellen und die Nacht zumindest hier bleiben."

Kaspar (zu Maria und Josef):
"Entschuldigung, wir kommen von weit her und bräuchten nun eine Pause. Können wir uns zu Euch setzen?"

Maria: "Aber natürlich, bleibt nur hier."
1. Hirte: "Ihr seht aber komisch aus! Wo kommt ihr denn her?"

Melchior:
"Wir kommen aus dem Morgenland und suchen eigentlich den neugeborenen König der Welt. Der Stern hat uns bis hierher geleitet."

2. Hirte:
"Ihr seid auch wegen des Kindes hier? Uns haben die Engel erzählt, dass hier der´ Retter der Welt geboren wurde!"

Balthasar: "Dann haben wir uns ja doch nicht verlaufen! Wir sind wirklich richtig hier!"

(Könige übergeben Geschenke. Schwenk auf Treppe)

Hanna:
"Und am nächsten Tag wusste natürlich jeder im Dorf Bescheid und wir durften auch das Jesuskind besuchen."

Johannes:
"Ja, das war ein ganz schöner Andrang in dem Stall, denn jeder wollte den Retter der Welt sehen."

Postbote:
"Das kann ich mir vorstellen. Aber was passierte dann? Wo sind Maria und Josef jetzt?"

Simon:
"Das weiß keiner so genau. Jedenfalls mussten sie schon sehr bald wieder weiterziehen. Ich glaube, sie wollten nach Ägypten!"

Postbote:
"Ägypten? Das ist aber ganz schön weit. Aber da wollt ich schon immer mal hin. Dann mach ich mich mal auf den Weg, damit das Paket noch ankommt. Danke, dass ihr mir die ganze Geschichte erzählt habt!"

(Postbote geht in Richtung Tannenbaum ab)

LIED Ihr Kinderlein kommet

Liebe Gemeinde!

"Die Post ist da" heißt unser Krippenspiel. Wenn wir Post bekommen, dann freuen wir uns. Jedenfalls wenn wir Kinder sind und wenn Weihnachten ist. Sonst sind es meist ja doch nur Werbung und Rechnungen.

Aber Weihnachten, da kommen Glückwunschkarten und Weihnachtsgrüße, da kommt auch das ein oder andere Päckchen oder Paket. Und vielleicht kommt sogar nach dem Fest noch etwas, wenn der Postbote so langsam ist wie im Krippenspiel.

Heutzutage gibt es ja noch andere Möglichkeiten, und die werden auch häufig genutzt: Da telefonieren wir. Das ist auch schön, da kann man gleich die Stimme hören. Und miteinander reden.

Oder wir schicken eine Mail. Zu Weihnachten habe ich eine ganz lustige von meinem Patenkind bekommen, mit Rentieren, die zu Jingle Bells steppen. Oder wir schicken eine SMS. Die dürft ihr Euch aber erst nachher ansehen, ich hoffe, jetzt haben alle ihre Handys ausgeschaltet.

Egal auf welche Weise wir einen Gruß bekommen, wir freuen uns, denn das heißt doch: Ich denke an dich. Du bist mir so wichtig, dass ich es mir die Zeit, die Mühe, das Geld kosten lasse, dir einen Gruß zukommen zu lassen.

Vielleicht gibt es sogar den einen oder anderen speziellen Weihnachtsgruß, wo einer oder eine das Weihnachtsfest zum Anlass nimmt, einem anderen Menschen etwas ganz besonderes zu sagen: Ich liebe dich. Diese besonderen Grüße erkennt man daran, dass die Empfänger ganz rot werden, besonders, wenn einer sagt: "Zeig mal, was schreibt er/sie denn?"

Das ist etwas sehr Zerbrechliches, wenn einer einem anderen seine Liebe gesteht. Wenn dann der andere darüber lacht, dann tut das sehr weh.

Weihnachten ist Gottes Liebeserklärung an uns:
Johannes schreibt in seinem Evangelium: "So hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Gott hat seinen Sohn auf die Welt geschickt, damit die Menschen verstehen, dass er sie lieb hat. Jesus ist Gottes Liebesbrief an uns. Er hat Menschen gesund gemacht, die krank waren. Er hat zu Menschen, die sonst keiner mochte gesagt: "Komm, sei mein Freund!"

Er hat sich auf die Seite der Armen gestellt.

In der Bibel gibt es ganz viele Geschichten davon, was Jesus gesagt und getan hat. Nur: Die kennt nicht jeder. Manche kennen sie noch nicht, weil sie sie noch nie gehört haben. Manche kennen sie nicht mehr, weil das so lange her ist, dass sie sie mal gehört oder gelesen haben. Alljährlich gibt es die Umfragen auf der Straße: Warum feiern wir Weihnachten: Da sind immer krause Antworten dabei: Weil es schneit, weil Oma kommt, weil es Geschenke gibt...

Wenn Menschen nicht mehr wissen, was wir Weihnachten feiern, dann müssen sie das erfahren: Jesus ist geboren. Und dann natürlich, wer dieser Jesus ist.

Aber wie?

Das ist kein neues Problem, das Problem kannte schon der Apostel Paulus, seine Briefe stehen auch in der Bibel. Die Gründe, dass die Menschen damals nicht so viel von Jesus wussten, sind ein bisschen andere als heute. Damals war das noch nicht lange her, dass Jesus gelebt hat, und seine Geschichte hatte sich noch nicht überall herumgesprochen. Und die Briefe, die Paulus schrieb, die konnte nicht jeder lesen, weil damals nicht alle Menschen lesen konnten. Aber Paulus wusste eine Lösung. Er sagte: "Ihr seid der Brief Christi" (2. Korinther 3, 3). Ihr seid Gottes Brief an die Menschen.

Es gibt ja schon seit einigen Jahren so persönliche Glückwunschservices, dass man Leute bestellen kann, die in witziger Verkleidung zum Geburtstag ein Ständchen dem Geburtstagskind bringen.

An so einen Botendienst denkt Paulus. Nicht so aufwendig, eher normal, nicht nur einmal im Jahr, eher alltäglich.

An uns Christen sollen die Menschen ablesen, dass Gott sie lieb hat.
Sagt nicht, das könnt ihr nicht. Ihr wärt dafür zu klein.

"Jedes Kind, das geboren wird, bringt von Gott die Botschaft mit, dass er die Welt noch nicht aufgegeben hat." (Rabindranath Tagore) Jedes Baby, das auf die Welt kommt, bringt Freude mit, auch wenn manche Sorgen und Ängste damit verbunden sind. Das ist schon das erste, was ein Baby die Erwachsenen lehrt: dass die Sorgen und Ängste aufgewogen werden von der Freude.

Und wer kann besser Freude bringen als ihr Kinder? Ihr findet so viele Dinge vergnüglich, die wir Erwachsenen längst alltäglich finden. Ihr findet so viel zum Lachen, das Erwachsene bisher nur ernsthaft betrachtet haben. Und oft habt ihr Recht und ermöglicht uns einen neuen Blickwinkel.

Ihr seid ein Brief Christi, auf dem steht: Die Welt ist schön, Gott hat sie für Euch gemacht.

Und wer kann unbefangener auf Menschen zugehen als ein kleines Kind. All die Maßstäbe, die wir später im Leben entwickeln, um Menschen in nett und blöd, wichtig und bedeutungslos, gut oder schlecht einzuteilen, sind für Kinder egal. "Spielst du mit mir?" Das ist die Frage. Ob einer gut oder schlecht in Mathe ist, ist völlig egal. Und so mancher Erwachsener war schon erstaunt, dass das Kind gerade ihn zum Spielen ausgesucht hat.

Ihr seid ein Brief Christi, auf dem steht: Jeder Mensch ist wichtig. Gott liebt jeden einzelnen.

Und wenn ihr größer werdet, wir groß sind, dann verändert sich die Schrift auf dem Brief. Dann steht da vielleicht: Du hast Verantwortung für diese Welt, die Menschen und die übrige Schöpfung um dich herum.

Aber da steht immer noch: Du bist mehr wert als du leistest.
Ihr seid ein Brief Christi. Durch euch macht Gott seine Botschaft in der Welt bekannt.

Und diese Botschaft geben wir weiter, wenn wir einander "fröhliche Weihnachen" wünschen, dann ist das ganz kurz und heißt: wir feiern fröhlich, weil Jesus Mensch geworden ist. Durch ihn wissen wir, dass Gott uns Menschen lieb hat, dich und mich. "Frohe Weihnachten" heißt:

Schöne Grüße von Gott. Er hat uns lieb.

© Iris Habersack 2005
http://www.kirche-haemelerwald.de

Weitere Predigten
 von: Pn. Iris Habersack 
 zu: Krippenspiel 
 über: ohne konkreten bibl. Bezug  
Predigt im PDF-Format herunterladen
Predigt als Textdatei herunterladen
Predigt als Doc-Format für den PalmPilot
Predigt als eMail versenden

 

Powersearch  Die Bibel  Startseite  NEPOMUK  Impressum  Zurück